by Damian
Stefan wäre mit Sicherheit etwas verwundert darüber, dass ich noch Interesse daran habe mich auf seiner Gedenkseite zu verewigen - aber für mich sind es fast nur die positiven Erinnerungen an ihn die über seinen Tod hinausstrahlen...
Kennengelernt habe ich ihn während meiner "Orientierungsphase" Anfang 2003 im Kölner schwul/lesbischen Jugendzentrum Anyway( habe mich letztlich aber für die Frauen entschieden!). Als ich ihn zum ersten Mal sah wusste ich sofort, dass ich schon mal ein Profil von ihm auf
dbna.de gesehen habe. Aber in Natura sah er echt umwerfend aus. Darauf habe ich ihn auch angesprochen und bin so mit ihm ins Gespräch gekommen. Noch an diesem Abend, hat sich dann aber herausgestellt, dass mehr als Freundschaft wohl nicht drin ist. Später am Abend hatten wir dann noch viel Spass auf der U27-Party im Kölner Gloria-Theater.
Über viele Treffen und lange Telefonate sind wir schließlich Freunde geworden, obwohl er anfänglich meinte, er wolle keine Freundschaften in der Szene haben.
Was mir an ihm gefallen hat, war seine besondere Art zu sprechen und zu erzählen - schwer zu beschreiben, aber wer ihn kannte, der weiss was ich meine. Ich fand es teilweise echt amüsant wie er es schaffte sich über die ausgefallensten Themen ausführlichst auszulassen, oder seine Begabung zwischen den verschiedensten Themen die rein gar nichts miteinander zu tun hatten ohne Überleitung hin und her zu springen. Trotzdem war es immer sehr spannend ihm zuzuhören! Was ich ebenfalls sehr mochte war seine Lebensernergie oder seine Art sich über Dinge zu freuen.
Erinnerungen die bleiben:
Als ich einmal mit ihm in der Stadt unterwegs war und wir vor einer Schaufensterscheibe stehen blieben, meinte er zu mir: „Gerade dachte ich schon, da vorne steht aber auch ein gutaussehender Typ, dann habe ich aber noch mal geschaut und gemerkt- das bin ich ja selber!“ (gemeint war natürlich sein Spiegelbild in der Scheibe).
Unvergessen bleibt für mich aber auch folgende Situation: Nachdem ich nach einem Discoabend mal bei ihm übernachtet hatte sah ich ihn morgens aus dem Bad kommen, er ging in sein Zimmer und legte ne CD mit dem Song „ So emotional“ von Whitney Houston auf und begann in seinem Zimmer zu tanzen. Ich habe noch nie jemanden erlebt der am frühen morgen und dazu noch nach einer Disconacht schon wieder so energiegeladen war wie Stefan.
Obwohl wir uns nach meinem Empfinden immer sehr gut verstanden haben, tolle Gespräche geführt und auch viel Spass gehabt haben, saß ich eines Nachmittages im Dezember 2003 mit ner Freundin in ner Eisdiele und erhielt einen Anruf von ihm mit ungefähr folgendem Wortlaut:
„Du hast mich ja neulich zu deinem 20. Geburtstag eingeladen. Ich hab darüber nochmal länger nachgedacht... und, ich würde die Freudschaft eigentlich lieber beenden! Ich denke wir sind einfach zu verschieden. Ich wollte dir das eigentlich auch schon länger mal gesagt haben und ich fand es jetzt einfach ehrlicher dich anzurufen und es dir persönlich zu sagen“
Lieber Stefan, ich habe es bis heute nicht verstanden warum du die Freundschaft beendet hast.
Freunde können doch verschieden sein...
Ich war dir jedoch nie wirklich böse und hätte dich gerne nochmal irgendwo getroffen um mit dir nochmal drüber zu sprechen.
....vielleicht klappts ja im nächsten Leben!